Verputzhinweise

Verputzhinweise

Verputztes einschaliges Ziegelmauerwerk ist eine seit langem bewährte Außenwand-Konstruktion. Seine große Verbreitung beruht auf der hohen Ausführungssicherheit, der Wirtschaftlichkeit und der Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten. Putze und Ziegel sind mineralische Baustoffe, die sich in der Wand in idealer Weise ergänzen.

Ziegel
Ziegel nach DIN 105 oder nach allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für Außenwände bestehen aus porosiertem gebrannten Ton und Luftkammern. Für einschalige verputzte Ziegelaußenwände werden heute überwiegend wärmedämmende Ziegel mit Rechenwerten der Wärmeleitfähigkeit für das Mauerwerk zwischen 0,08 und 0,18 W/(m K) eingesetzt. Die Ziegel müssen wie alle Wandbaustoffe güteüberwacht und zertifiziert sein. Der Ziegelhersteller muss über ein gültiges Übereinstimmungszertifikat verfügen. Mit verputzten Ziegelwänden können bei geeigneter Materialauswahl alle statischen und bauphysikalischen Anforderungen, wie z. B. Tragfähigkeit, Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz, sicher erfüllt werden. Ab WLG 009 wäre eine Gewebespachtelung anzuraten (Anmerkung Rapis).

Außenputz / Außenputzsysteme
Außenputze bzw. Außenputzsysteme sind ein wichtiger Bestandteil der Außenwand, da sie das dahinter liegende Mauerwerk dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützen und wesentlich zu den bauphysikalischen Eigenschaften der Außenwand beitragen. Diese Eigenschaften werden durch die Kombination von Festigkeit und wasserabweisender Wirkung des Putzes sowie der Putzdicke gewährleistet. Außenputze werden heute in der Regel aus Werktrockenmörtel hergestellt, maschinell gemischt, gefördert und verarbeitet. Außenputze sind in DIN 18550-1 bis 4 "Putz" genormt. Dabei wird nach ihrem Einsatzbereich unterschieden zwischen Außenwandputz oberhalb des Sockels, Sockelputz und Kellerwandputz im erdberührten Bereich. Für wärmedämmendes Ziegelmauerwerk haben sich besonders Leichtputze nach DIN 18550-4 bewährt. Ebenfalls haben sich Wärmedämmputzsysteme (nach DIN 18550-3 oder mit Zulassung) auf Ziegelmauerwerk bewährt.

Checkliste: Außenputz auf Ziegelmauerwerk

Baustoffe

♦ Ziegel nach DIN 105 oder allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung mit
Übereinstimmungszertifikat zur Anwendung als Bauprodukt und Güteüberwachung
♦ Putzmörtel aus Werktrockenmörtel nach DIN 18550-4 güteüberwacht gemäß DIN 18557

Putzgrund

♦ Mauerwerk nach DIN 1053 und DIN 18330 (VOB/C)
- Lagerfugen vollfugig vermörteln
- Stoßfugen < 5 mm oder vermörteln
- Überbindemaß einhalten
- Fehlstellen beim Vermauern mit Mauermörtel schließen
- Mauerwerk vor übermaÅNssiger Durchfeuchtung schützen

Putzsystem

♦ Leichtputz nach DIN 18550-4 oder herstellerseitig empfohlener Putz
- Druckfestigkeit des Unterputzes < 5,0 / mm2
- Unterputz/Oberputz wasserabweisend nach DIN 18550

Prüfen und Vorbereiten

♦ Prüfung gemäß VOB des Putzgrundes - ausreichend trockener sauberer Putzgrund
- lose Teile trocken entfernen
- Temperatur > 5o C

Auftrag des Unterputzes

♦ in 2 Arbeitsgängen: frisch in frisch
♦ besondere Maßnahmen bei Materialwechsel im Putzgrund

Auftrag des Oberputzes

♦ Mindeststandzeit des Unterputzes beachten
♦ gegebenenfalls Egalisationsanstrich auftragen

Mindeststandzeiten

♦ 1 Tag je mm Mörtel-/Putzdicke z. B.
- Stoßfugenbreite 10 mm: 10 Tage
- Fehlstellentiefe 15 mm: 15 Tage

Auszug aus dem gemeinschaftlichen Merkblatt "Außenputz auf Ziegelmauerwerk -einfach, sicher, wirtschaftlich”, herausgegeben von:

  • Industrieverband Werkmörtel e.V.
  • Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V.
  • Bundesfachgruppe Hochbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes
  • Deutscher Stuckgewerbebund -Bundesfachgruppe Stuck-Putz-Trockenbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

 

Dieser Text steht Ihnen als PDF-Dokument in unserem Downloadbereich zur Verfügung!

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